Vergleiche
Direkte Gegenüberstellungen.
Regelwerke, Verfahrensarten und Plattformen unterscheiden sich in Details, die für Bieter und Vergabestellen wichtig sind. 10 Vergleiche im Überblick.
Jeder Vergleich stellt Anwendungsbereiche, typische Unterschiede und Entscheidungsleitlinien gegenüber — nach öffentlich bekannten Fakten und ohne rechtliche Wertung.
VOB vs. VgV — Bauleistungen oder Liefer-/Dienstleistungen
VOB und VgV sind zwei zentrale Regelwerke im deutschen Vergaberecht — sie gelten aber für unterschiedliche Leistungsarten. Die VOB/A regelt Bauvergaben, die VgV Liefer- und Dienstleistungsaufträge oberhalb der EU-Schwelle.
UVgO vs. VgV — Unterschwelle vs. Oberschwelle
UVgO und VgV decken Liefer- und Dienstleistungsaufträge der öffentlichen Hand ab, unterscheiden sich aber im Anwendungsbereich — unterhalb vs. oberhalb der EU-Schwellenwerte.
Offenes vs. nicht offenes Verfahren
Beide sind Standard-Verfahrensarten im Oberschwellenbereich — sie unterscheiden sich im Zugang zum Bieterwettbewerb.
Offenes Verfahren vs. Verhandlungsverfahren
Der Hauptunterschied liegt im Dialog zwischen Vergabestelle und Bieter. Das offene Verfahren verzichtet darauf; das Verhandlungsverfahren erlaubt Verhandlungen — unter definierten Voraussetzungen.
TED vs. Bund.de — EU- vs. nationale Bekanntmachung
TED und Bund.de erfüllen unterschiedliche Rollen in der Vergabebekanntmachung. TED ist die EU-weite Plattform oberhalb der EU-Schwellenwerte, Bund.de das nationale Metaportal für Bundes-Bekanntmachungen.
GAEB X81 vs. X82 — Leistungsverzeichnis vs. Kostenanschlag
GAEB X81 und X82 sind die ersten beiden Phasen der GAEB-Austauschreihe: X81 überträgt das Leistungsverzeichnis ohne Preise, X82 den Kostenanschlag — ein bepreistes LV vor der förmlichen Angebotsphase. Das Angebot des Bieters läuft dagegen über X83 (Angebotsaufforderung) und X84 (Angebotsabgabe).
Eignungs- vs. Zuschlagskriterien
Die Trennung ist wesentlich: Eignungskriterien beziehen sich auf die Fähigkeiten des Bieters, Zuschlagskriterien auf das konkrete Angebot. Eine Vermengung kann zum Verfahrensfehler führen.
Rahmenvereinbarung vs. Dynamisches Beschaffungssystem
Beide Instrumente dienen wiederkehrenden Beschaffungen. Sie unterscheiden sich im Zugangsmodell — geschlossene Rahmenvereinbarung vs. laufend offenes DBS.
Eigenerklärung vs. ESPD
Beide ersetzen vorübergehend Einzelnachweise der Eignung. Eigenerklärung ist der Oberbegriff; ESPD ist das EU-weit standardisierte Formular im Oberschwellenbereich.
Direktauftrag vs. Freihändige Vergabe
Beide sind Unterschwellen-Instrumente. Der Direktauftrag ist verfahrensfrei bis zu einer Wertgrenze; die freihändige Vergabe ist eine Verfahrensart der VOB/A Abschnitt 1 für Bau.
Markt-Monitoring vs. manuelle Plattform-Suche
In der Finden-Phase gibt es zwei grundsätzliche Ansätze: kontinuierliches Monitoring konsolidierter Quellen oder die manuelle Suche über einzelne Vergabeplattformen. Beide führen zu Ausschreibungen — sie unterscheiden sich in Abdeckung, Aufwand und Relevanz.
Manuelle vs. KI-gestützte Ausschreibungsanalyse
Vor der Angebotsabgabe müssen Bieter die Unterlagen verstehen: Anforderungen, Risiken, offene Fragen. Das geht rein manuell oder KI-gestützt. Die KI ersetzt dabei nicht die Entscheidung — sie strukturiert das Material.
Wertung mit Kriterienmatrix vs. Freitext-Vergabevermerk
Bei der Wertung eingehender Angebote stehen Vergabestellen zwei Wege offen: eine gewichtete Kriterienmatrix oder ein frei formulierter Vergabevermerk. Beide halten das Ergebnis fest — sie unterscheiden sich in Struktur und Nachvollziehbarkeit.
Leistungsbeschreibung prüfen: vor vs. nach Veröffentlichung
Unklare oder unvollständige Vergabeunterlagen lassen sich auf zwei Wegen adressieren: durch eine Prüfung vor der Veröffentlichung oder durch Korrekturen danach (Bieterfragen, Berichtigungen). Beide verbessern die Unterlagen — der Zeitpunkt macht den Unterschied.
Vom Vergleich zur Anwendung
auftragr, kalkulr, zuschlagr und prüfr decken die vier Phasen des Vergabezyklus ab — Finden und Bewerten auf Bieterseite, Prüfen und Werten auf Auftraggeberseite.
Vergabezyklus entdeckenKI strukturiert. Mensch entscheidet.